Einige Verrücktheiten hatten wir uns ja schon erlaubt in der
Zeit wo wir zusammen sind, aber ein Korsett zu tragen war mir im ersten
Moment doch völlig unnötig.
Ich verband ein Korsett immer mit hässlichen fetten Körpern,
die in so etwas hineingequetscht wurden, und ich war schlank und sportlich.
Mein Mann hat mir die Sache erst einmal nahegelegt, und ich unternahm den
ersten Schritt eigentlich seinetwegen.
Die Tatsache, dass die ersten Korsetts allesamt nicht passten, verleidete
mir die Angelegenheit völlig, so dass ich immer nach Gründen
suchte gerade kein Korsett zu tragen. Natürlich gefiel ich mir in
einem schicken Korsett, aber ich habe das anfangs niemals zugegeben, schließlich
hatte ich auch so eine gute Figur. Erst als ich andere Frauen sah, damals
im Fernsehen, die ebenfalls normal gebaut waren, und trotzdem ein Korsett
trugen, drangen die Gedanken überhaupt bis zu mir vor, ein Korsett
als extravagantes Kleidungsstück zu tragen, gerade weil es die Figur
erlaubt, nicht weil man es muss, sondern weil es einem gefällt.
Leider passten meine ersten Korsetts nicht sehr gut, so dass ich meistens
auch keinen rechten Gefallen daran finden konnte. Die Einengung der Taille
ist ja Sinn des Korsetts, also ein gewisser Druck muss schon sein aber
keinesfalls darf ein Korsett am oberen oder unteren Rand drücken,
und vielleicht sogar Schmerzen dort verursachen. Als ich dann das erste
Mal ein richtig passendes Korsett trug, empfand ich das als weit weniger
unbequem wie erwartet, und ich stellte mir durchaus vor, das man sich daran
gewöhnen kann. Vor allem störte mich aber, dass der Bauch sich
stark hervorwölbte, sobald ein wenig enger geschnürt wurde. Als
eng empfand ich damals schon 3 cm, denn ich bin schlank, und jeder cm hat
direkte Auswirkungen auf den Brustkorb und die inneren Organe. Ohne
Korsett habe ich einen ganz flachen Bauch, und gut trainierte Bauchmuskeln.
Meine Figur wollte ich mir mit einem Korsett nicht verderben. Über
das Internet erhielten wir dann mehr Einblicke, über verschiedene
Korsettmodelle und deren Eigenschaften, so dass wir daraufhin ein günstiges
Modell auswählen konnten.
Dabei wurde mir klar, dass es das "Idealkorsett" nicht gibt.
Jedes Korsettmodell hat seine Vorzüge und Nachteile. Ein Korsett soll
den Körper einengen, ihm eine andere Form und Haltung verleihen. Das
bleibt nicht ohne Folgen, und bedeutet einen gewissen Verlust an Beweglichkeit
und eine gewisse Enge. Ein als besonders "bequem" angepriesenes Korsett,
meistens ein weniger steifes oder sehr schmales Modell, wird in den
meisten Fällen den Bauch mehr oder weniger hervortreten lassen, und
nur den Taillenbereich, nicht aber den unteren Brustkorb einengen. Eine
konische Verjüngung des Oberkörpers zur Taille hin, wie überhaupt
ein schlanker Oberkörper, lässt sich mit einem solchen Korsett
nicht ereichen. Wohl aber trägt es sich bequemer als ein längeres,
steiferes Korsett. Ein weicheres Korsett ist also für das gelegentliche
Korsettragen durchaus geeignet, während es für richtiges Figurtraining
eher nicht zu empfehlen ist.
Wenn dann zu einem solchen Korsett noch enge Röcke, oder
enge Hosen getragen werden, ist fast immer ein weniger schön hervorgedrückter
Bauch zu sehen, in diesem Fall ist das Korsett nach unten hin nicht
lang und steif genug. Natürlich muss jede Frau selbst wissen wann
und wie oft sie ein Korsett trägt, und ob sie mit einer stärkeren
Einengung und einer erhöhten Steife klarkommt, oder ob sie lieber
ein weicheres Modell wählt. Als wir damals die Idee mit dem Korsetttraining
hatten, habe ich ja schon etliche Jahre gelegentlich Korsetts getragen,
und dabei die Anfangs geschilderten Erfahrungen gemacht, und so richtig
wohl fühlte ich mich eigentlich nicht, wenn ich alle paar Wochen mal
ein Korsett trug. Es war immer etwas Einengendes, Fremdes, manchmal recht
Unbequemes. Ich hatte vor ein paar Jahren bereits einmal versucht mich
ständig zu schnüren, damals ohne Erfolg, die Schmerzen waren
unerträglich, und das Korsett total unbequem. Heute weiß ich
warum, es war ein sehr schönes Modell der Firma Axfords was ich damals
trug, jedoch für meine Figur vom Schnitt her völlig ungeeignet,
da es in der Hüfte viel zu schmal geschnitten war. Nachdem wir etwas
mehr wussten über Korsetts, lag es nahe es noch einmal zu versuchen.
Was den Frauen vor über 100 Jahren möglich war, sollte doch auch
heute noch funktionieren. Dabei müssen natürlich bestimmte Umstände
berücksichtigt werden. Die Frauen, die sich damals eng schnürten,
waren selten beruflich tätig, und mussten auch keine körperlich
schwere Arbeit verrichten. Nur unter diesen Umständen waren manche
Wespentaillen überhaupt möglich. Arbeiterinnen, Bäuerinnen,
oder auch Krankenschwestern wie ich trugen auch Korsetts, aber waren nicht
so eng geschnürt. Berichte über Wespentaillen, oder über
das Figurtraining bei jungen Frauen stammen fast immer aus den gehobeneren
Schichten der Gesellschaft. Diese Frauen mussten ihren Lebensunterhalt
nicht selbst verdienen, sie waren Statussymbol und die Zierde ihres Mannes,
und ihr Aussehen rückte in den Mittelpunkt des Interesses. Die jungen
Mädchen dieser Zeit, die aus dieser Schicht stammten, hatten
keine Alternativen zum Korsett. Von klein auf wurde ihr Körper in
seiner Entwicklung zu Taille und Figur beeinflusst. Figur, Haltung, Bewegungen
und Benehmen waren für die Frauen Vorraussetzung, um innerhalb ihres
Standes erfolgreich zu sein. Also wurde alles daran gesetzt, um diese Voraussetzungen
bei den Töchtern zu ereichen. Manche Schilderungen von Maßnahmen
zum Figur und Taillentraining erscheinen heute ziemlich brutal und übertrieben.
Den Wahrheitsgehalt solcher Geschichten kann man heute ohnehin schwer prüfen,
und manches war sicher nicht die allgemeine Regel, aber es kam mit Sicherheit
vor.
Wenn eine Frau heute ein Korsett trägt, sei es ab und zu, oder
wie ich ständig, so soll das aus freien Stücken geschehen. Die
Frau kann selbst bestimmen wann und wie oft sie ein Korsett trägt,
es existiert kein gesellschaftlicher Zwang, der es der Frau vorschreibt
sich eine bestimmte Figur und Haltung anzutrainieren. Es trotzdem zu tun,
auch wenn es Mühen und Einschränkungen bedeutet, ist für
mich gerade eine Herausforderung. Als ich nur ab und zu ein Korsett trug,
fühlte ich mich darin nie richtig wohl, seit ich aber dazu überging
mich ständig zu schnüren, empfinde ich die Einengung durch ein
enges Korsett nicht mehr so belastend und einschränkend. Es macht
mir Spaß meinem Körper etwas abzuverlangen, und auf ein Ziel
hin zu trainieren. Für den Körper ist es viel weniger anstrengend
dauernd geschnürt zu sein, als ständig zwischen enger Schnürung
und keiner Schnürung zu wechseln. Wenn der Körper erst einmal
an den ständigen Schnürdruck und an die eingeschränkte Beweglichkeit
gewöhnt ist, kann es ein durchaus angenehmes Gefühl sein eng
und mit aufrechter Haltung eingeschlossen zu sein, auch wenn das Korsett
einem einige Freiheiten nimmt, die man aber bald nicht mehr vermisst. Vielmehr
kann man auf sich, seine Figur, und sein Durchhaltevermögen stolz
sein. Schließlich könnte man das Korsett ja auch jederzeit ablegen.
Wenn man eine Zeit lang ständig in ein steifes Korsett geschnürt
ist, lernt der Körper sich anders zu bewegen, und der Schnürdruck
wird nicht mehr so bewusst wahrgenommen. Die Einengung wird zur Normalität,
genauso wie die kerzengerade Körperhaltung. Als ich zum ersten Mal
in mein jetziges Trainingskorsett geschnürt wurde, zu diesem Zeitpunkt
trug ich bereits seit längerer Zeit ein steifes Korsett, hätte
ich nie geglaubt dieses Korsett einmal ständig tragen zu können.
Obwohl mein Mann es nur ganz leicht schnürte, viel weniger wie das
Korsett was ich vorher trug, kam es mir wie eine Folter vor. Während
der Druck in der Taille kaum spürbar war, wurden meine unteren Rippen
sehr stark zusammengedrückt. Die Einschnürung lässt nach
oben hin nach, und hört erst knapp unter meiner Brust auf. So eingeschnürt
zu sein war anfangs sehr beklemmend, und das Atmen fiel anfangs schwer.
Dazu kam die ungewohnt steife Körperhaltung und der durchgedrückte
Rücken.
Die Stäbe im Rücken bewirken einen ständigen Druck im
Kreuz, durch den man gezwungen ist ein Hohlkreuz zu machen und die Schultern
zurück zu ziehen. Ich trug das Korsett anfangs immer nur ein
paar Stunden, oder ich lockerte es nach einiger Zeit. Nach und nach empfand
ich es immer weniger belastend, und ich fand Gefallen daran so bizarr eingeschnürt
zu sein, und immer eine gerade Körperhaltung zu haben. Sicher
ist es manchmal unbequem und belastend in diesem Korsett, manchmal schmerzt
mein Rücken beim sitzen, oder mir ist schrecklich warm im Sommer,
oder ich möchte mich nach einem anstrengenden Tag einfach nur entspannt
aufs Sofa setzten, was aber im Korsett nicht so einfach geht.
Besonders anstrengend ist es mitunter bei meiner Arbeit, denn ich muss
alle Tätigkeiten mit geradem Oberkörper und durchgedrücktem
Rücken ausführen. Das Korsett ist ja sehr steif, und fixiert
meinen Oberkörper in dieser Haltung. Manchmal, wenn es sehr heiß
ist, oder meine Arbeit sehr anstrengend, habe ich schon mal den Gedanken
das Korsett abzulegen, oder zu lockern, aber meistens schaue ich dann in
den Spiegel und bewundere meine vom Korsett geschaffene Figur. Ich freue
mich dann auf den Abend, wo ich ja das Korsett zum duschen sowieso ablege.
Mein Mann unterstützt mich bei meinem Training, indem er mir anfallende
schwere Hausarbeiten abnimmt. Er ist gewissermaßen mein Trainer,
achtet auf den richtigen Sitz des Korsetts, und auf die richtige Schnürung.
Zum Glück bin ich in der glücklichen Lage mich nicht selbst schnüren
zu müssen, das wäre bei dem Trainingskorsett auch fast unmöglich.
Mein Mann schnürt mich jeden Morgen und jeden Abend, und zwar
so eng, wie ich es wünsche, manchmal natürlich auch ein wenig
enger, wenn es das Training erfordert, aber ebenso lockert er mir das Korsett
sobald ich es wünsche. Es ist ein seltsames Gefühl, einerseits
das Korsett aus freien Stücken zu trage, andererseits beim Schnüren
in einen raffinierten engen Käfig eingeschlossen zu werden, der mir
manche Freiheiten lässt, während er mir Anderes unmöglich
macht, Haltung und Bewegungen kontrolliert, und mir eine grazile
Figur verleiht. Mitunter ist es belastend und anstrengend, aber meistens
genieße ich diesen Zustand, schließlich bin ich ja freiwillig
gefangen.
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