Dienstag, 26. November 2013

Meine Ansichten zu Korsetts und Korsetttraining

Einige Verrücktheiten hatten wir uns ja schon erlaubt in der Zeit wo wir zusammen sind, aber ein Korsett zu tragen war mir im ersten Moment doch völlig unnötig.
Ich verband ein Korsett immer mit hässlichen fetten Körpern, die in so etwas hineingequetscht wurden, und ich war schlank und sportlich. Mein Mann hat mir die Sache erst einmal nahegelegt, und ich unternahm den ersten Schritt eigentlich seinetwegen.
Die Tatsache, dass die ersten Korsetts allesamt nicht passten, verleidete mir die Angelegenheit völlig, so dass ich immer nach Gründen suchte gerade kein Korsett zu tragen. Natürlich gefiel ich mir in einem schicken Korsett, aber ich habe das anfangs niemals zugegeben, schließlich hatte ich auch so eine gute Figur. Erst als ich andere Frauen sah, damals im Fernsehen, die ebenfalls normal gebaut waren, und trotzdem ein Korsett trugen, drangen die Gedanken überhaupt bis zu mir vor, ein Korsett als extravagantes Kleidungsstück zu tragen, gerade weil es die Figur erlaubt, nicht weil man es muss, sondern weil es einem gefällt.
Leider passten meine ersten Korsetts nicht sehr gut, so dass ich meistens auch keinen rechten Gefallen daran finden konnte. Die Einengung der Taille ist ja Sinn des Korsetts, also ein gewisser Druck muss schon sein aber keinesfalls darf ein Korsett am oberen oder unteren Rand drücken, und vielleicht sogar Schmerzen dort verursachen. Als ich dann das erste Mal ein richtig passendes Korsett trug, empfand ich das als weit weniger unbequem wie erwartet, und ich stellte mir durchaus vor, das man sich daran gewöhnen kann. Vor allem störte mich aber, dass der Bauch sich stark hervorwölbte, sobald ein wenig enger geschnürt wurde. Als eng empfand ich damals schon 3 cm, denn ich bin schlank, und jeder cm hat direkte Auswirkungen auf den Brustkorb und die inneren Organe.  Ohne Korsett habe ich einen ganz flachen Bauch, und gut trainierte Bauchmuskeln. Meine Figur wollte ich mir mit einem Korsett nicht verderben. Über das Internet erhielten wir dann mehr Einblicke, über verschiedene Korsettmodelle und deren Eigenschaften, so dass wir daraufhin ein günstiges Modell auswählen konnten.
  Dabei wurde mir klar, dass es das "Idealkorsett" nicht gibt. Jedes Korsettmodell hat seine Vorzüge und Nachteile. Ein Korsett soll den Körper einengen, ihm eine andere Form und Haltung verleihen. Das bleibt nicht ohne Folgen, und bedeutet einen gewissen Verlust an Beweglichkeit und eine gewisse Enge. Ein als besonders "bequem" angepriesenes Korsett, meistens ein weniger steifes oder  sehr schmales Modell, wird in den meisten Fällen den Bauch mehr oder weniger hervortreten lassen, und nur den Taillenbereich, nicht aber den unteren Brustkorb einengen. Eine konische Verjüngung des Oberkörpers zur Taille hin, wie überhaupt ein schlanker Oberkörper, lässt sich mit einem solchen Korsett nicht ereichen. Wohl aber trägt es sich bequemer als ein längeres, steiferes Korsett. Ein weicheres Korsett ist also für das gelegentliche Korsettragen durchaus geeignet, während es für richtiges Figurtraining eher nicht zu empfehlen ist.
Wenn dann zu einem solchen  Korsett noch enge Röcke, oder enge Hosen getragen werden, ist fast immer ein weniger schön hervorgedrückter Bauch zu sehen, in diesem Fall ist das Korsett  nach unten hin nicht lang und steif genug. Natürlich muss jede Frau selbst wissen wann und wie oft sie ein Korsett trägt, und ob sie mit einer stärkeren Einengung und einer erhöhten Steife klarkommt, oder ob sie lieber ein weicheres Modell wählt. Als wir damals die Idee mit dem Korsetttraining hatten, habe ich ja schon etliche Jahre gelegentlich Korsetts getragen, und dabei die Anfangs geschilderten Erfahrungen gemacht, und so richtig wohl fühlte ich mich eigentlich nicht, wenn ich alle paar Wochen mal ein Korsett trug. Es war immer etwas Einengendes, Fremdes, manchmal recht Unbequemes. Ich hatte vor ein paar Jahren bereits einmal versucht mich ständig zu schnüren, damals ohne Erfolg, die Schmerzen waren unerträglich, und das Korsett total unbequem. Heute weiß ich warum, es war ein sehr schönes Modell der Firma Axfords was ich damals trug, jedoch für meine Figur vom Schnitt her völlig ungeeignet, da es in der Hüfte viel zu schmal geschnitten war. Nachdem wir etwas mehr wussten über Korsetts, lag es nahe es noch einmal zu versuchen. Was den Frauen vor über 100 Jahren möglich war, sollte doch auch heute noch funktionieren. Dabei müssen natürlich bestimmte Umstände berücksichtigt werden. Die Frauen, die sich damals eng schnürten, waren  selten beruflich tätig, und mussten auch keine körperlich schwere Arbeit verrichten. Nur unter diesen Umständen waren manche Wespentaillen überhaupt möglich. Arbeiterinnen, Bäuerinnen, oder auch Krankenschwestern wie ich trugen auch Korsetts, aber waren nicht so eng geschnürt. Berichte über Wespentaillen, oder über das Figurtraining bei jungen Frauen stammen fast immer aus den gehobeneren Schichten der Gesellschaft. Diese Frauen mussten ihren Lebensunterhalt nicht selbst verdienen, sie waren Statussymbol und die Zierde ihres Mannes, und ihr Aussehen rückte in den Mittelpunkt des Interesses. Die jungen Mädchen dieser Zeit, die aus dieser Schicht  stammten, hatten keine Alternativen zum Korsett. Von klein auf wurde ihr Körper in seiner Entwicklung zu Taille und Figur beeinflusst. Figur, Haltung, Bewegungen und Benehmen waren für die Frauen Vorraussetzung, um innerhalb ihres Standes erfolgreich zu sein. Also wurde alles daran gesetzt, um diese Voraussetzungen bei den Töchtern zu ereichen. Manche Schilderungen von Maßnahmen zum Figur und Taillentraining erscheinen heute ziemlich brutal und übertrieben. Den Wahrheitsgehalt solcher Geschichten kann man heute ohnehin schwer prüfen, und manches war sicher nicht die allgemeine Regel, aber es kam mit Sicherheit vor.
Wenn eine Frau heute ein Korsett trägt, sei es ab und zu, oder wie ich ständig, so soll das aus freien Stücken geschehen. Die Frau kann selbst bestimmen wann und wie oft sie ein Korsett trägt, es existiert kein gesellschaftlicher Zwang, der es der Frau vorschreibt sich eine bestimmte Figur und Haltung anzutrainieren. Es trotzdem zu tun, auch wenn es Mühen und Einschränkungen bedeutet, ist für mich gerade eine Herausforderung. Als ich nur ab und zu ein Korsett trug, fühlte ich mich darin nie richtig wohl, seit ich aber dazu überging mich ständig zu schnüren, empfinde ich die Einengung durch ein enges Korsett nicht mehr so belastend und einschränkend. Es macht  mir Spaß meinem Körper etwas abzuverlangen, und auf ein Ziel hin zu trainieren. Für den Körper ist es viel weniger anstrengend dauernd geschnürt zu sein, als ständig zwischen enger Schnürung und keiner Schnürung zu wechseln. Wenn der Körper erst einmal an den ständigen Schnürdruck und an die eingeschränkte Beweglichkeit gewöhnt ist, kann es ein durchaus angenehmes Gefühl sein eng und mit aufrechter Haltung eingeschlossen zu sein, auch wenn das Korsett einem einige Freiheiten nimmt, die man aber bald nicht mehr vermisst. Vielmehr kann man auf sich, seine Figur, und sein Durchhaltevermögen stolz sein. Schließlich könnte man das Korsett ja auch jederzeit ablegen. Wenn man eine Zeit lang ständig in ein steifes Korsett geschnürt ist, lernt der Körper sich anders zu bewegen, und der Schnürdruck wird nicht mehr so bewusst wahrgenommen. Die Einengung wird zur Normalität, genauso wie die kerzengerade Körperhaltung. Als ich zum ersten Mal in mein jetziges Trainingskorsett geschnürt wurde, zu diesem Zeitpunkt trug ich bereits seit längerer Zeit ein steifes Korsett, hätte ich nie geglaubt dieses Korsett einmal ständig tragen zu können. Obwohl mein Mann es nur ganz leicht schnürte, viel weniger wie das Korsett was ich vorher trug, kam es mir wie eine Folter vor. Während der Druck in der Taille kaum spürbar war, wurden meine unteren Rippen sehr stark zusammengedrückt. Die Einschnürung lässt nach oben hin nach, und hört erst knapp unter meiner Brust auf. So eingeschnürt zu sein war anfangs sehr beklemmend, und das Atmen fiel anfangs schwer. Dazu kam die ungewohnt steife Körperhaltung und der durchgedrückte Rücken.
Die Stäbe im Rücken bewirken einen ständigen Druck im Kreuz, durch den man gezwungen ist ein Hohlkreuz zu machen und die Schultern zurück zu ziehen.  Ich trug das Korsett anfangs immer nur ein paar Stunden, oder ich lockerte es nach einiger Zeit. Nach und nach empfand ich es immer weniger belastend, und ich fand Gefallen daran so bizarr eingeschnürt zu sein, und immer eine gerade Körperhaltung zu haben.  Sicher ist es manchmal unbequem und belastend in diesem Korsett, manchmal schmerzt mein Rücken beim sitzen, oder mir ist schrecklich warm im Sommer, oder ich möchte mich nach einem anstrengenden Tag einfach nur entspannt aufs Sofa setzten, was aber im Korsett nicht so einfach geht.
Besonders anstrengend ist es mitunter bei meiner Arbeit, denn ich muss alle Tätigkeiten mit geradem Oberkörper und durchgedrücktem Rücken ausführen. Das Korsett ist ja sehr steif, und fixiert meinen Oberkörper in dieser Haltung. Manchmal, wenn es sehr heiß ist, oder meine Arbeit sehr anstrengend, habe ich schon mal den Gedanken das Korsett abzulegen, oder zu lockern, aber meistens schaue ich dann in den Spiegel und bewundere meine vom Korsett geschaffene Figur. Ich freue mich dann auf den Abend, wo ich ja das Korsett zum duschen sowieso ablege. Mein Mann unterstützt mich bei meinem Training, indem er mir anfallende schwere Hausarbeiten abnimmt. Er ist gewissermaßen mein Trainer, achtet auf den richtigen Sitz des Korsetts, und auf die richtige Schnürung. Zum Glück bin ich in der glücklichen Lage mich nicht selbst schnüren zu müssen, das wäre bei dem Trainingskorsett auch fast unmöglich.  Mein Mann schnürt mich  jeden Morgen und jeden Abend, und zwar so eng, wie ich es wünsche, manchmal natürlich auch ein wenig enger, wenn es das Training erfordert, aber ebenso lockert er mir das Korsett sobald ich es wünsche. Es ist ein seltsames Gefühl, einerseits das Korsett aus freien Stücken zu trage, andererseits beim Schnüren in einen raffinierten engen Käfig eingeschlossen zu werden, der mir manche Freiheiten lässt, während er mir Anderes unmöglich macht,  Haltung und Bewegungen kontrolliert, und mir eine grazile Figur verleiht. Mitunter ist es belastend und anstrengend, aber meistens genieße ich diesen Zustand, schließlich bin ich ja freiwillig gefangen.
 

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