Meiner Auffassung nach wirkt eine Wespentaille, oder eine Sanduhrfigur
erst richtig gut, wenn auch der gesamte Körpers "eine gute Figur macht".
Das zu ereichen, kann Sport eine große Hilfe sein, wie überhaupt,
um gesund zu bleiben.
Dabei ist zu unterscheiden, ob nur gelegentlich ein Korsett getragen
wird, oder ob permanent geschnürt, und ein Korsetttraining durchgeführt
wird. Für diejenigen, die gelegentlich ein Korsett tragen hat Sport
die gleiche Wichtigkeit wie für alle anderen Menschen. Dazu kommt,
das ein geschnürter Körper viel eher Blicke auf sich zieht wie
eine "normale" Figur. Wer also ein Korsett trägt, sollte darauf
achten, dass auch seine übrige Erscheinung attraktiv und sehenswert
ist, das erfordert einen gewissen Aufwand, den es zu betreiben gilt um
"schön" zu sein. Es gilt Beine, Po und Bauch zu trainieren, damit
sie zur Wespentaille ein passendes Bild ergeben. Dabei muss natürlich
kein Korsett getragen werden, obwohl dies in keinem Fall schadet, aber
schon ein wenig in Richtung Figurtraining geht.
Eine überaus wichtige Bedeutung bekommt der Sport, wenn es um
Figurtraining durch permanentes Schnüren geht. Zunächst eine
kurze historische Betrachtung: Beim Figurtraining eines jungen Mädchens
im 19. Jahrhundert sollte durch das ständige Engerschnüren eines
steifen Korsetts einerseits der junge Körper in eine bestimmte Idealform
gebracht werden, und die angehende junge Dame außerdem zu einer eleganten
Haltung und graziösen Bewegungen erzogen werden. Das ist auch heute
noch der Sinn eines solchen Trainings. Das junge Mädchen musste also
ständig ein enges und steifes Korsett tragen, welches ihr Körperform,
Haltung und Bewegung vorgab. Diese Haltung und Bewegung zu trainieren,
waren Gymnastik, Wandern, Reiten und Turnen angesagt. Der Körper wurde
dabei gezwungen sich zu bewegen, und zwar genau so, wie es in dem Korsett
noch möglich war, und in einer Körperhaltung die das Korsett
vorgab. Die jungen Damen gewöhnten sich so an die vorgegebene Haltung
und Bewegung, und bald war es für sie normal. Durch Sport und körperliche
Belastung wird außerdem der Kreislauf angeregt, was wiederum den
Auf- oder Abbau von Gewebe beschleunigt, und Figurveränderungen an
Taille und Brustkorb begünstigt.
Wer heute beabsichtigt ständig ein Korsett zu tragen sollte diese
historischen Erfahrungen berücksichtigen. Wer sich in einem eng geschnürten
Korsett wohl fühlen will, insbesondere, wenn er dieses ständig
trägt, muss dies hart trainieren. Dabei sollte man sich im Klaren
sein, dass es bei einem Taillen- und Figurtraining darum geht den Körper
bewusst zu verändern, und an ein Leben im Korsett zu gewöhnen.
Wer das nicht will, oder gesundheitliche Schäden befürchtet,
der sollte es lassen, ein Figurtraining ohne Körperveränderung
gibt es nicht, ebenso ist es für eine an das Korsett gewöhnte
Person nicht ohne weiteres möglich auf das Korsett zu verzichten.
Meiner Meinung nach ist es aber gefährlicher den Körper für
eine kurze Zeit eng zu schnüren, wenn er dies nicht gewöhnt ist,
als ihn durch langsames Training an den eingeschnürten Zustand und
eine bestimmte Körperhaltung als den Normalzustand zu gewöhnen.
Wie geht dies vonstatten, und welche Rolle spielt sportliche Betätigung
dabei?
Beim Korsettraining gilt es Taille und unteren Brustkorb mehr oder
weniger stark einzuengen, um eine bestimmte Silhouette und Figur zu ereichen.
Der Brustkorb, der von Natur aus unten etwas breiter ist wie oben, soll
unten verkleinert werden. Sein Umfang soll fließend in den reduzierten
Taillenumfang
übergehen. Im Gegenzug soll sich der obere Teil des Brustkorbs
weiten, um den Busen maximal zu betonen, und den Brustumfang zu vergrößern.
Dieses Ziel lässt sich durch ständiges enges Einschnüren
der unteren Rippen tatsächlich ereichen.
Die Einschnürung muss dabei anfangs nicht zu stark erfolgen, aber
doch so stark, dass die Rippen aus ihrer natürlichen Lage heraus nach
innen gedrückt werden.
Anfangs wird eine solche Einschnürung der Rippen als unangenehm
empfunden, man hat Angst nicht genug Luft zu bekommen, und die verformten
Rippen bereiten stechende Schmerzen. Mit der Zeit erfolgt eine Gewöhnung
an den Schnürdruck, so das dieser nach und nach erhöht werden
kann. Um bestmögliche Trainingsergebnisse zu erzielen sollte die Schnürung
soweit forciert werden, das ein leichter, aber erträglicher Schmerz
auftritt, die unteren Rippen lassen sich auf diese Weise nach und nach
so weit zusammendrücken bis die Rippenbögen sich vorne berühren,
mehr ist anatomisch nicht möglich. Diesen Fall zu ereichen erfordert
strengste Schnürung und bedeutet eine Zeit lang Unbehagen und Schmerzen.
Wie lange das dauert, bis dieses Ergebnis ereicht ist, ist von Fall zu
Fall verschieden, und geht umso schneller, je früher mit der Einschnürung
begonnen wird. Ab einem gewissen Alter ist eine derart starke Körperveränderung
überhaupt nicht mehr möglich. Verbindliche Zahlenangaben dazu
gibt es keine, es kann aber davon ausgegangen werden, dass bedingt durch
den Knochenaufbau und die Körperentwicklung bis zu einem Alter
von 40 Jahren die Rippen gut verformbar sind, danach wird es schwieriger,
und bedarf mehr Zeit. Durch die starke Einschnürung werden bestimmte
innere Organe verschoben und dazu gezwungen sich zu verändern (siehe
hierzu Artikel von Dr. Hellen Stern) Dem Körper bleibt zur Atmung
nur noch der obere, nicht eingeschnürte Teil des Brustkorbs, der sich
nun langsam zu weiten beginnt. Diese Erweiterung ist ja ein Ziel des Trainings,
und erfolgt umso schneller und stärker, je mehr und je tiefer der
Körper atmen muss.
Die Belastungsgrenze einer so geschnürten Person liegt anfangs
niedrig, da das Lungenvolumen stark reduziert ist. Regelmäßige
Belastung durch Sport bewirkt eine Erweiterung des oberen Brustkorbs, und
eine Erweiterung der Lungenkapazität, bis nahezu auf den ursprünglichen
Wert. Die Atmung selbst kann aber nur noch mit dem oberen Brustkorb erfolgen,
so dass dieser sich bei jedem Atemzug ziemlich stark heben und senken muss,
was wiederum zu einer Verbreiterung und Ausdehnung führt. Eine geschnürte
Person, wird bei regelmäßiger körperlicher Belastung viel
eher die gewünschten Veränderungen aufweisen, und sich trotz
Einschnürung wohl fühlen können, wie eine unbelastete Person
bei gleicher Schnürung, bei der auch keine großartige Erweiterung
des oberen Brustkorbs erfolgen wird. Die Art der Belastung ist vom Grad
der Einschnürung abhängig. Der Oberkörper sollte bei enger
Schnürung so unbeweglich wie möglich sein, die Haltung aufrecht.
In einer derartigen Schnürung sind nur wenige sportliche Tätigkeiten
möglich. Besonders gut, auch zum Haltungs- und Bewegungstraining ist
Wandern, Radfahren und Reiten. Auch tanzen, Seilspringen oder andere Belastungsübungen
sind geeignet. Eine enge und steife Einschnürung erfordert eine Umstellung
vieler Bewegungsabläufe. Dazu ist es notwendig, dass die geschnürte
Person immer wieder gerade die Bewegungen die vom Korsett behindert oder
erschwert werden ausführt. Eng geschnürt, wird Der- oder
Diejenige es vermeiden wollen sich zu setzen, weil es den Druck auf den
geschnürten Bereich noch erhöht, und weil es schwer fällt
wieder aufzustehen, ebenso ist es unangenehm etwas vom Boden aufzuheben,
sich Strümpfe und Schuhe anzuziehen, oder sich mit steifem Oberkörper
nach vorn zu beugen. Bei all diesen Bewegungen versucht nämlich der
eingeschnürte Körper automatisch Muskeln zu benutzen, deren Bewegung
durch das Korsett erschwert oder gar unmöglich ist. Das verursacht
Druckgefühl und starkes Unbehagen, da der Körper ständig
an etwas gehindert wird, was er gewöhnt war. Durch ständiges
Ausführen gerade dieser Bewegungen, was anfangs schmerzhaft und unangenehm
sein kann, lernt der Körper die zur Untätigkeit gezwungenen Muskeln
nicht mehr zu benutzen
und sich statt dessen auf die Steifheit des Korsetts zu stützen.
Das Unbehagen verschwindet, und die nun nicht mehr benötigten Muskeln
bilden sich zurück. Durch gezielte Gymnastik und Übungen wie
Kniebeuge wird diese Umgewöhnung unterstützt, ebenso von Vorteil
sind kürzere Sitzphasen auf geraden hohen Stühlen, mit häufigem
Aufstehen. Unbedingt zu vermeiden sind alle Bewegungen, bei denen der Oberkörper
verdreht werden könnte. Während die enge und steife Einschnürung
ein Beugen des Oberkörpers wirkungsvoll verhindert, ist ein Verdrehen
immer noch trotz Korsett möglich, und extrem gefährlich, da Rippen
gequetscht und Nerven eingeklemmt werden können. Wer körperliche
Arbeit verrichten muss, sei es beruflich oder im Haus, sollte es deshalb
mit der Schnürung nicht übertreiben, und sich ständig bewusst
sein, dass er, oder sie ein Korsett trägt. Gerade bei längerer
Gewöhnung gerät das nämlich mitunter bei der Arbeit in Vergessenheit,
für die Anfängerin unvorstellbar, aber war. Etwa einmal pro Woche
für ein oder zwei Stunden ist Bewegung und leichter Sport ohne Korsett
zu empfehlen, damit die ansonsten unbeweglichen Körperregionen eine
gewisse Durchblutung und Lockerung erfahren. Dabei sind jedoch Anstrengung
und Training von sonst eingeschnürten Muskeln zu vermeiden, es geht
nur um die Bewegung an sich, nicht um einen Aufbau von Muskeln. Umstritten
ist das Schwimmen als Sport. Meiner Meinung nach nicht zu empfehlen, da
dabei die Rückenmuskeln stark beansprucht werden. Wer es sich zutraut,
sollte mit einem Bademieder ins Wasser gehen, und sich im Wasser entspannen,
aber nicht versuchen größere Strecken zu schwimmen. In einem
richtigen Badekorsett ist das ohnehin schwierig. Ebenfalls gefährlich
sind Tennis und Federball im Korsett, da der Körper leicht verdreht
werden kann. abschließen möchte ich bemerken, dass die obigen
Hinweise und Auffassungen aus meinen Erfahrungen sowohl beim gelegentlichen
schnüren, als auch beim permanenten Korsetttraining resultieren, sie
sind weder wissenschaftlich bewiesen, noch als medizinisch verbindliche
Auffassung anzusehen, und deshalb nicht in jedem Falle einfach zu verallgemeinern.
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